Deontologie

Deontologie von AARS

Entsprechend ihrer Statuten hat AARS die Aufgaben –und ebenso die Grenzen-, zur Kenntnis der Felskunst der Sahara als
eines besonderen Erbes der Menschheit beizutragen; Spuren, die paradoxerweise in der heutigen Welt erhalten,
aber zu Stein geworden sind. Welches alte Bewusstsein ist hier noch wach! Torwege der Unsicherheit …
Lasst uns sehen und hören und lasst uns von Herzen wünschen, dass diese Botschaften erhalten bleiben!

Auf diese Weise, mit angemessenem Eifer, können wir unseren uneigennützigen Beitrag
leisten zur Förderung und zum Schutz einer der ältesten Überlieferungen der Menschheit.

Konkret bemüht sich AARS, dieses Bewußtsein zu verbessern
durch die Organisation von Zusammenkünften und die Verbreitung von Dokumenten über die Felskunst der Sahara

In der Tat denken wir, dass für Touristen, welche die Wüste erkunden, eine bessere Kenntnis
dieses Kulturerbes wichtig ist (abgesehen von manchmal überflüssigen Ratschlägen) und jedermann
veranlassen wird, sich angemessen und verantwortungsvoll
zu verhalten in Anbetracht der Reichhaltigkeit und der Fragilität dieser Spuren.

http://www.nps.gov/care/arpa.htm

Gemeinsame Werte der Mitglieder von AARS

Aus Respekt für das Kulturerbe und die Umwelt möchten wir verschiedene
Massnahmen fördern, die mehr und mehr Menschen sensibilisieren,
welche von der Welt des Sandes fasziniert sind:

www.arara.org
www.saharafragile.org
www.acacus.it/eng/tutela_salva_00a.htm


Was ein Besucher der Wüste wissen und respektieren sollte, damit die Sahara
weiterhin die faszinierende Welt bleibt mit zahllosen Spuren von Menschen,
die uns Jahrtausende alte Informationen übermitteln

Die Erhaltung eines fragilen Kulturerbes

Wir halten uns an den Geist der folgenden Richtlinien
Regeln für das Verhalten an Stellen mit Felskunst

  1. Wenn Sie motorisiert sind, fahren Sie nicht direkt zu der Fundstelle. Parken Sie Ihr Fahrzeug mindestens in 500 m Entfernung und gehen Sie den Rest zu Fuss. Dies wird Ihnen die Möglichkeit geben, interessante Details wahrzunehmen (Fauna, Flora, Geologie usw...). So erzeugen Sie auch die geringsten Schäden in der Umgebung der Stelle. Eine "Fundstelle" ist nicht beschränkt auf den genauen Punkt der Felskunst, dazu mögen viele andere Dinge in der Nachbarschaft gehören wie Siedlungsreste, Steinkonstruktionen, Steingeräte, Scherben, usw.
     

  2. An der Fundstelle sollten Sie keinen Gegenstand bewegen oder entfernen, selbst nicht einmal ordinäre Steine. Jedes einzelne mit der Lokation verbundene Objekt stellt das Stück eines Puzzles dar und hilft uns, das Ganze zu verstehen. Sind sie einmal isoliert, verlieren alle Objekte ihre Wichtigkeit und haben uns nichts mehr zu sagen, weil sie nur im Zusammenhang mit anderen Elementen etwas bedeuten. Vergessen Sie nicht, dass einige der Einzelheiten, die einen Gegenstand zum "Sprechen" bringen, dem blossen Auge verborgen sind und nur von Spezialisten mit besonderen Geräten erkannt werden. Die umgebende Landschaft und alle ihre Bestandteile, einschliesslich Flora und Fauna, sind ein wichtiger Teil der Merkmale, die zum Verständnis der Geschichte der Lokation erforderlich sind.

     

  3. Sagen Sie niemals "oh, ich bin hier der einzige und ich tue es nur ein einziges Mal" um einen Verstoss gegen diese Regeln zu rechtfertigen. Tausende von Menschen könnten das gleiche sagen. Der Eindruck, dass Sie der erste Besucher eines Platzes in der Wüste sind, ist immer eine Illusion. Ihren Spuren werden auf jeden Fall viele andere folgen. Wenn Sie tausende Objekte an einer Lokation sehen, widerstehen Sie der Versuchung, "gerade eins" mitzunehmen. Wenn jeder Besucher ein Objekt nimmt, wird bald nichts mehr übrigbleiben (dies ist zu oft in der Sahara passiert). Machen Sie nur Fotografien. Darüber hinaus, wenn Sie eine besonders reichhaltige Fundstelle entdecken, laufen Sie nicht darüber. Selbst wenn Sie die auf der Oberfläche sichtbaren Objekte vermeiden, würden Sie die unter einer dünnen Sandschicht verborgenen beschädigen.

     

  4. Berühren Sie keine Bilder. Die Fette und natürlichen Säuren auf Ihrer Haut werden sie beschädigen (nicht zu reden von den Resten von Sonnenschutzcreme). Denken Sie daran, dass Sie nicht der einzige Besucher der Lokation sind und dass in einem Wüstenumfeld die kleinste Änderung der Bedingungen weitreichende Folgen haben kann, besonders bei Malereien. Bei mehr Besuchen werden sich Fette und andere Stoffe bald anhäufen, die Farben abstumpfen lassen und die Bilder beschädigen. Wird dies nicht befolgt, führt das reine Berühren der Bilder mit der Zeit zu ihrer Zerstörung

     

  5. Besonders wenn Sie in einer Gruppe sind, vermeiden Sie es, zu viel an einer Stelle herumzutrampeln. Dies wirbelt Staub auf, der sich an den Wänden absetzt. Nehmen Sie Ihren Rucksack ab, bevor Sie einen engen Raum betreten, damit Sie nicht versehentlich an eine Wand oder eine Decke stossen. Respektieren Sie, falls vorhanden, die durch dünne Linien von Steinen auf dem Boden angezeigten Grenzen vor Felsüberhängen. Normalerweise werden diese von lokalen Behörden als Schutz ausgelegt. Als allgemeine Regel gilt es, den Boden und die Umgebung zu inspizieren, bevor Sie eine Fundstelle betreten. Auf diese Weise können Sie die Zeichen von vergangenen Aktivitäten erkennen und diese meiden. Dies wird auch zu einem besseren Verständnis der Lokation führen.
     

  6. Fügen Sie in keiner Weise neue Bilder, Graffiti, zu den Bildern der Fundstelle hinzu. Felsbilder sind nicht "alte Graffiti" und Graffiti sind nicht "moderne Felskunst". Sie werden überall als Vandalismus betrachtet und sind strafbar. Selbst wenn andere unbedacht ihre Namen angebracht haben zusammen mit Zeichnungen oder Botschaften, fahren Sie damit nicht fort, indem Sie Ihren Namen hinzufügen.
     

  7. Treten Sie nicht auf Bilder und klettern Sie nicht darüber um andere besser zu sehen oder um den Platz zu erkunden oder als Abkürzung zu einer anderen Stelle. Ihren Spuren würden bald andere folgen, was zu Abrieb an den Bildern führt und die Lokation unwiederbringlich zerstören kann.
     

  8. Machen Sie keine Abreibungen oder Abdrucke von Petroglyphen (Felsgravierungen). Dies führt zu Abrieb an den Bildern und hinterläßt Spuren von Materialien, welche die Patina beschädigen oder zerstören.
     

  9. Benutzen Sie keine Kreide, kleine Steine oder andere Gegenstände, um die Umrisse von Bildern hervorzuheben. Dies ist rücksichtslos für zukünftige Besucher. Man kann es als Vandalismus betrachten, denn es führt zu permanentem Schaden. Die Kreide greift die Patina an, sammelt Feuchtigkeit und begünstigt lokale chemische Reaktionen. Machen Sie besser zusätzlich zu Fotografien eine Skizze von solchen Gravierungen, die nicht leicht zu erkennen sind. Dies wird Ihnen später zu Hause helfen, die Gravierung zu verstehen. Mit der entsprechenden Software können Sie dann Umrisse direkt auf der Fotografie zeichnen.
     

  10. Befeuchten Sie keine Malerei, um sie besser sichtbar zu machen. Sprühen Sie keine Flüssigkeiten auf die Wände, nicht einmal destilliertes Wasser. Das Ergebnis ist oft schlechter und es führt zu einem zunehmenden Verschwinden der Bilder. Man kann heute hervorragende Ergebnisse mit digitalen Fotografien und einer speziellen Software erzielen, was das Benetzen sowieso überflüssig macht.
     

  11. Versuchen Sie nicht, eine Lokation zu reinigen, zum Beispiel durch Entfernen von Wespennestern oder Vogelkot, die Teile von Bildern verdecken mögen. Dies sind organische Elemente, welche für eine Radiokarbon-Datierung geeignet sind und für eine Datierung der Bilder nützlich sein können.

     

  12. Kampieren Sie nicht bei der Lokation und machen Sie dort auch kein Feuer. Nehmen Sie Ihre Abfälle mit und sorgen Sie dadurch für die Reinhaltung der Lokation, daß Sie die Abfälle von sorglosen Besuchern mitnehmen.
     

  13. Machen Sie Fotos, machen Sie Zeichnungen und Notizen. Lassen Sie nur Ihre Fusspuren zurück. Bedenken Sie immer, dass das Berühren der Bilder auf irgendeine Art zu ihrer Zerstörung beiträgt. In einem Satz: "Betrachten, nicht berühren"!

     

    Zum Herunterladen und Drucken der Charter von AARS klicken Sie auf das nebenstehende Bild.
    Dies Dokument kann frei genutzt und vervielfältigt werden vorausgesetzt, daß am Anfang und auf jeder Seite klar und
    explizit die Herkunft erwähnt wird: © AARS.

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Letzte Aktualisierung den 20.12.2014